DDR Museum Mühltroff im Vogtland Land Sachsen

Außenhandel der DDR

Die DDR war als hochindustrialisiertes Land auf den Import diverser Waren, Nahrungsgüter und Rohstoffe angewiesen. Die Mark der DDR war nicht konvertierbar, das heißt nicht umtauschbar in andere Währungen außerhalb der DDR. Einkäufe auf dem Weltmarkt musste die DDR über Tauschgeschäfte oder selbst erwirtschaftete Devisen tätigen, indem sie etwas gegen konvertierbare Währungen, z. B. US-Dollar, verkaufen musste.

Multicar - 70% der Produktion wurden exportiert
Eines der Hauptprobleme der DDR-Volkswirtschaft war, dass Exporte in das „nichtsozialistische Ausland" (NSW) mit enormem Aufwand subventioniert werden mussten. So verdoppelte sich zwischen 1980 und 1988 der Exportaufwand, da einerseits die Grund- und Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt stark angestiegen waren und andererseits in die eigene Volkswirtschaft nicht ausreichend investiert wurde. Der Produktivitätsabstand zwischen Westeuropa und der DDR wuchs weiter an. Zudem wurde die DM (Valutamark) in der Zwischenzeit gegenüber dem US-Dollar stark aufgewertet.

Die wichtigsten Außenhandelspartner waren die Sowjetunion und die Bundesrepublik. Die vergleichsweise kleine DDR war mit einem Anteil von 11 Prozent am Außenhandel der Sowjetunion deren größter Handelspartner. Umgekehrt betrug der sowjetische Anteil am DDR-Außenhandel 40 Prozent. Der Warenaustausch mit der Sowjetunion wuchs von 1,5 Milliarden Valutamark (1950) über 7,9 Milliarden Valutamark (1960) und erreichte im Jahr 1987 einen Wert von 71 Milliarden Valutamark. Während in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch Reparationsleistungen darunter fielen, entwickelte sich bald unabhängig davon ein reger Warenaustausch. Der gründete sich auf die industrielle Leistungsfähigkeit wie auch auf den Rohstoffbedarf der DDR, denn diese war z. B. im geteilten Deutschland von Steinkohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet und dem früheren Oberschlesien abgeschnitten und musste diese mit Hilfe des von Georg Bilkenroth entwickelten Verfahrens der Braunkohlenhochtemperaturvergasung ersetzen. Die DDR war im RGW neben der heimischen Braunkohle vor allem auf Erdöl aus der UdSSR als Basis ihrer Energiewirtschaft und chemischen Industrie angewiesen. Die Sowjetunion ihrerseits hatte einen bedeutenden Bedarf an Industrie-, Konsum- und (auch militärischen) Elektronikgütern.

Mit dem Beitritt der DDR in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW/COMECON) im Herbst 1950 wurde versucht, die Volkswirtschaften der Mitgliedsländer arbeitsteilig zu koordinieren und durch wechselseitige Spezialisierung und Kooperation Mangelerscheinungen zu beseitigen. Die DDR-Wirtschaft hatte unter anderem die Aufgabe, den Industrialisierungsbedarf der Sowjetunion zu decken. Dies betraf die Infrastruktur, landwirtschaftliche Maschinen und Transportausrüstungen, Schiffe, Reisezugwagen, Werkzeugmaschinen und Krane. Darüber hinaus lieferte die DDR über die dafür gegründete Wismut AG Uranpechblende in die UdSSR, die für die Atomwaffenproduktion eingesetzt wurde. Der 1983 gefasste Entschluss, im Rahmen der sogenannten Mikroelektronikinitiative, die Militärindustrie und Rüstungsexporte erheblich zu erweitern, kam aufgrund der Politik Gorbatschows nicht mehr zum Tragen.

MZ TS 150 Modelljahr 1979
15 Prozent des DDR-Außenhandelsvolumens wurden zollfrei im sogenannten Interzonenhandel mit der Bundesrepublik abgewickelt und getauscht. Die DDR ermöglichte damit Technologietransfer aus dem Westen in die Sowjetunion und konnte indirekt auch auf den westeuropäischen Markt zugreifen. In den 1970er Jahren profitierte die DDR durch ihre Westverbindungen erheblich vom Zwischenhandel mit sowjetischem Rohöl und davon abgeleiteten Chemierohstoffen und Treibstoff. Zu den knappen und für die Verbraucher relativ teuren Importgütern gehörte Kaffee. Die Einstellung der sowjetischen Kaffeelieferungen 1954 führte zu einer der ersten DDR-Versorgungskrisen, wodurch Kaffee bis in die 1970er Jahre zu einem der wichtigsten Posten im Budget vieler DDR-Haushalte wurde. Eine Stütze der Kaffeeversorgung für DDR-Bewohner mit persönlichen Verbindungen in die Bundesrepublik waren über lange Zeit die entsprechend bestückten „Westpakete". Der durch Missernten ausgelöste Anstieg der Weltmarktpreise 1977 bewirkte in der DDR ein merklich verringertes Kaffeeangebot. Drastische Preiserhöhungen und der schließlich gescheiterte Versuch, der Bevölkerung ersatzkaffeehaltige Kaffeemischungen schmackhaft zu machen, führten zu breiten und ungewohnt heftigen Protesten der Bevölkerung und zu einem erheblichen Gesichtsverlust der politischen Führung, die zuletzt doch wieder in den Kaffeehandel zu Weltmarktkonditionen einstieg.

Quelle Wikipedia


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