DDR Museum Mühltroff im Vogtland Land Sachsen

Bildungswesen in der DDR

1957 gab es in der DDR 10.471 allgemeinbildende Schulen, darunter 1.150 Mittelschulen und 373 Oberschulen. Durch Zentralisierung und Erhöhung der Klassenzahlen wurde die Anzahl der allgemeinbildenden Schulen POS, EOS und Sonderschulen bis 1988 auf 5.907 gesenkt.

In der Berufsausbildung vollzog sich eine ähnliche Entwicklung. Waren es 1950 noch 1.583 Berufsschulen, zählte man 1988 noch 955. Es war garantiert, dass jeder Schulabgänger eine Lehre annahm oder zum Studium an eine Hoch- oder Fachschule beziehungsweise an eine Universität ging. 1957 gab es 307 Fachschulen, 46 Hochschulen, darunter sechs Universitäten und fünf Akademien. Im Jahr 1988 zählte man noch 237 Fachschulen und 53 Hochschulen und Universitäten.

  • Das Bildungssystem der DDR war im Wesentlichen als ein einheitliches Gemeinschaftsschulsystem konzipiert mit anschließenden tertiären Bildungseinrichtungen. Aufbauend auf der Vorschulerziehung im Kindergarten und der ab den 1960er Jahren für alle Kinder verbindlichen zehnklassigen POS folgten:
    • eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung (Abschluss Facharbeiter) oder
    • eine dreijährige Berufsausbildung (Facharbeiterbrief mit Abitur) oder
    • eine Abiturausbildung auf der EOS. Diese begann bereits nach der 8. Klasse der POS und führte in vier Jahren zum Abitur. Erst ab Beginn der 1980er Jahre schlossen sich zwei Jahre EOS an die Beendigung der zehnjährigen POS an.
  • Wesentliche Merkmale des Schulsystems der DDR waren:
    • einheitliche Bildungsinhalte für alle Kinder bis Klasse 8 (später 10) und Beginn der äußeren Differenzierung nach Klasse 10; diese Einheitlichkeit war die Grundlage der Abschlussprüfungen der 10. Klasse und des Abiturs
    • die gezielte Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt durch polytechnische Ausbildung und eine Schwerpunktsetzung auf die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, während die geisteswissenschaftlichen Fächer stark ideologisch ausgerichtet waren
    • das Bemühen um eine Einheit von Bildung und Erziehung mit dem Ziel der vollständigen Integration der Absolventen in die sozialistische Gesellschaft und geringer Toleranz für Andersdenkende

Trotz einer Ausbildungs- und Arbeitsplatzgarantie und einem sehr hohen Anpassungsdruck auf nicht der Norm entsprechende Jugendliche gab es eine signifikante Anzahl von Ungelernten in der DDR. Der Anteil der Schulabgänger mit Hochschulreife war in der DDR deutlich geringer als im Westen. Berufsgruppen mit bekannt geringem Zulauf von Auszubildenden wurden besonders gefördert, die Lehrstellen- und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs zentral geplant und seitens der Schulleitungen und Lehrer gelenkt. Die Freiheit der Berufswahl war dadurch oft eingeschränkt.

Quelle Wikipedia


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