DDR Museum Mühltroff im Vogtland Land Sachsen

Einkommen und Konsum in der DDR

Löhne und Preise unterlagen in der Regel der staatlichen Festlegung. Manche Konsumgüter waren in der DDR durchgängig knapp. Mit einem einheitlichen Verkaufspreis subventioniert wurden hauptsächlich Dinge des täglichen Bedarfs. Technische Geräte und andere Waren, die auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen, an der Kaufkraft der Bevölkerung gemessen, oft sehr teuer. Ein Farbfernseher kostete in den 1980er Jahren zwischen 3.500 und 6.900 Mark, während ein Brötchen für fünf Pfennige zu haben war.

Hochwertige Waren, "Waren des gehobenen Bedarfs", wurden in eigenen Ladenketten zu sehr hohen Preisen angeboten. Lebensmittel in Delikat-Läden, modische Kleidung vor allem in Exquisit-Läden. In der Einzelhandelskette Intershop konnten seit 1962 Waren aus dem „nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet" oder aus Gestattungsproduktion gegen konvertierbare Währungen, nicht aber gegen Mark der DDR erworben werden. Ein wegen der Bürgerproteste markantes Beispiel für die Knappheit von Konsumgütern war die Kaffeekrise Ende der 1970er Jahre. Dabei kam es zu einem Versorgungsengpass bei Kaffee, einer nur gegen Devisen auf dem Weltmarkt zu erhaltenden Ware.

Der Trabant 601
Für einen Autokauf musste man sich voranmelden und dann, je nach Modell, bis zu 15 Jahre warten zu vergleichsweise hohen Preisen. Ein „Schwarzmarkt" wurde teilweise geduldet, sodass die Wartezeit durch Zahlung eines höheren Preises umgangen werden konnte. Das in der DDR meistgefahrene Auto, der Trabant, kostete als Neuwagen mit Wartezeit 10.000 Mark. Ohne Wartezeit gab es den „Trabi" für 30.000 Mark. Die Preisspanne für einen Wartburg betrug 20.000 bis über 30.000 Mark. Mit fortschreitendem Rückstand der eigenen Automobilindustrie wurden vermehrt westliche Neuwagen importiert. 1988 besaßen 55 Prozent aller Haushalte mindestens ein eigenes Auto, während es 14 Prozent im Jahre 1969 und 38 Prozent 1980 gewesen waren. Im Vergleich dazu besaßen im Jahr 1988 61 Prozent der Haushalte in Westdeutschland ein oder mehrere Autos.

Mit dem staatlichen Wohnungsbauprogramm von 1972 wurde der Plattenbau zum wichtigsten Neubautyp erhoben
Die Kaltmiete für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung etwa 30 bis 120 Mark im Monat. Der Bau von Einfamilienhäusern wurde zunächst wegen Materialknappheit in nur engen Grenzen ermöglicht (es gab zum Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und vorgeschriebene Haustypen in Abhängigkeit von der Familiengröße), erfuhr aber wegen des anhaltenden Wohnraummangels trotz staatlicher Bauprogramme vor allem in den 1980er Jahren einen gewissen Aufschwung. Geringe Mieten und der erreichte Aufschwung im staatlichen Wohnungsbau sind aber ins Verhältnis zu setzen zum Bauaufkommen insgesamt. Eine Analyse der Bausubstanz zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der DDR macht deutlich, dass die Bauleistungen in der DDR nicht ausreichten, um eine funktionsgerechte Bausubstanz zu sichern. Neben Rückständen im Neubaubereich war ein „seit langem zunehmender Bestand stark geschädigter Bauwerke zu konstatieren. Der Bedarf an Bauleistungen überstieg also deutlich das in der DDR effektiv erbrachte Bauaufkommen." Ernstzunehmende Schätzungen stuften 1991 20 Prozent des Gebäudebestands als „unrettbar" ein.

Die Wohnviertel waren weniger nach Einkommensgruppen homogenisiert als heute in vielen westlichen Ländern und wiesen großteils eine hohe soziale Durchmischung auf: Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten oft dicht beieinander. Allerdings wurden die Partei-Nomenklatura und die Mitarbeiter vieler Staatsorgane in bestimmten Wohngebieten durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert.

Im Bereich der medizinischen Ausstattung und der Arzneimittelversorgung konnte die DDR auch aus Devisenmangel den international neuesten Stand nicht oder zumindest nicht überall gewährleisten. Versorgungs- und Ausstattungsmängel zeigten sich in erhöhtem Maße bei Rentnern und Pflegebedürftigen.

Die Einkommen einer Verkäuferin (mit etwa 600 - 800 Mark), eines Ingenieurs (etwa 500 - 1.200 Mark) und eines Bauarbeiters (etwa 900 - 1.800 Mark) unterschieden sich in der Höhe und damit auch im Sparpotenzial, die Einkommensschere klaffte aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen Industrieländern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten mindestens so gut wie leitende Ärzte, die zwecks zügiger Erreichbarkeit allerdings bevorzugt Telefonanschlüsse erhielten. Besser als andere gestellt war, wer häufiger zu Reisen innerhalb des Ostblocks, nach Kuba oder als Reisekader sogar ins westliche Ausland kam oder wer, etwa mit Unterstützung von Verwandten, auf Westgeld und westliche Konsumwaren zugreifen konnte.

Die Versorgung mit knappen Gütern wie Telefonanschlüssen oder Baumaterial hing vielfach von Beziehungen oder Zufall ab, nicht selten spielte auch die jeweilige politische Einstellung eine Rolle. 1989 waren lediglich 24,6% der Bevölkerung mit einem Telefonanschluss ausgestattet.

Quelle Wikipedia


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