DDR Museum Mühltroff im Vogtland Land Sachsen

Wirtschaftlicher Aufbau 1945 - 1949

Die Wirtschaft in der SBZ wurde zunächst durch die sowjetische Demontage massiv beeinflusst. Im Rahmen der Hauptdemontage ließ Stalin bis Ende 1946 über 1.000 Betriebe, vor allem den Maschinenbau, die chemische und optische Industrie, und das zweite Gleis sowie die Elektrifizierung fast aller Bahnstrecken abbauen.

In einer zweiten Etappe wurden Reparationen entgegen dem Potsdamer Vertrag aus der laufenden Produktion entnommen und etwa 200 wichtige Betriebe, die schon bestanden oder neu gegründet wurden, als Sowjetische Aktiengesellschaften (SAG) in das Eigentum der Sowjetunion überführt.

Der ersten Demontagewelle zwischen Mai und Juli 1945 fielen zirka 460 Berliner Betriebe zum Opfer. Dies entspricht etwa 75 Prozent der damaligen Kapazitäten.

Insgesamt soll Mitteldeutschland im Vergleich zu 1936 schätzungsweise durch Demontage verloren haben:
  • 82 Prozent der Walzwerke
  • 80 Prozent der Eisenproduktion
  • 75 Prozent der Hohlziegelerzeugung
  • 45 Prozent der Zementindustrie
  • 45 Prozent der Papiererzeugung
  • 35 Prozent der Energieerzeugung
  • 30 Prozent der Schuhindustrie
  • 25 Prozent der Textilindustrie
  • 25 Prozent der Zuckerproduktion
  • 20 Prozent des Braunkohlebergbaus
  • 19 Prozent der Brikettfabriken

Dadurch gingen der DDR bis zum Ende der Demontagen 1954 etwa 50 Prozent der industriellen Kapazitäten verloren, die auf ihrem Territorium bei Kriegsende bestanden hatten. Die Industrialisierung dieser Gebiete fiel auf den Stand von 1936 zurück. Offiziell werden die an die Sowjetunion geleisteten Reparationen auf etwa 4,3 Milliarden Dollar geschätzt. Andere Schätzungen gehen von 15 bis 18 Milliarden Dollar aus. Für das Jahr 1949 fielen zum Beispiel auch Besatzungskosten von offiziell 2,2 Milliarden Mark an.

Unter der Losung „Junkerland in Bauernhand" führten die SMAD und die KPD im September 1945 eine Bodenreform durch. Ein Drittel der gesamten Wirtschaftsflächen (zirka 3,2 Millionen Hektar), davon zirka 2,5 Millionen Hektar aus dem ehemaligen Großgrundbesitz, kamen zur Verteilung. Eine Million Hektar überführte man in 532 staatseigene Güter (VEG). Die Zahl der privaten landwirtschaftlichen Betriebe stieg auf mehr als 855.600 (1950) – mehr als im Jahre 1939. Dieser Posten wurde jedoch bis 1961 fast restlos liquidiert.

Ferner wurden Kriegsverbrecher, Funktionäre und Repräsentanten der NSDAP sowie alle Landbesitzer, die Güter mit mehr als 100 Hektar Land besaßen, entschädigungslos enteignet. Die SMAD verteilte das Land an so genannte Neubauern, zumeist landlose Bauern, Landarbeiter und Flüchtlinge. Diese bearbeiteten ihre fünf bis zehn Hektar großen Landflächen selbst. Da sie meist keine landwirtschaftlichen Geräte besaßen, wurden sie durch die 1949 geschaffenen Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS) unterstützt.

Da Stalin die Idee eines ungeteilten Deutschlands nicht aufgeben wollte, begann die tatsächliche sozialistische Umgestaltung der ostdeutschen Wirtschaft erst 1952.

Quelle Wikipedia


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